Unauffällig, aber bemerkenswert: die Moorente im Masoala
Im begehbaren Masoala-Regenwald des Zoo Zürich hat sich kürzlich eine weitere Entenart eingefunden: die Moorente (Aythya nyroca). In einer Kolumne erklärt Severin Dressen, Direktor des Zoo Zürich, weshalb auch vermeintlich «unspektakuläre» Tiere Aufmerksamkeit verdienen und welche Besonderheiten diese kleine Tauchente auszeichnen.
„Diese Zürcher Ente ist ein Kandidat für James Bond!“
Die Moorente ist die kleinste unter den Tauchenten. Sie lebt in Europa bevorzugt in sumpfigen, trüben Gewässern mit dichter Vegetation – also in moorähnlichen Habitaten, nicht zwingend in eigentlichen Mooren. Ihre Nahrung sucht sie unter Wasser; der Schnabel dient dabei nicht nur zum Greifen, sondern als sensitives Tastorgan: Feine Sinnesrezeptoren erlauben das Lokalisieren von Wasserpflanzen, Samen und wirbellosen Organismen auch in undurchsichtigen Gewässern.
Der Masoala-Bereich im Zoo Zürich gilt bei Besucherinnen und Besuchern als besonders beliebter Ort. Obwohl dort keine offensichtlichen «Blockbuster»-Tierarten im klassischen Sinn leben, fallen andere Arten ins Auge: die Roten Varis (oft mehr zu hören als zu sehen) und die Aldabra-Riesenschildkröten. Die Moorente ergänzt dieses Ensemble als eher unauffälliger, aber biologisch interessanter Bewohner.
Artenschutz und Seltenheit
Dressen verweist darauf, dass die Moorente verwandt ist mit der Madagaskar-Moorente (Aythya innotata), die als besonders selten gilt. Beide Arten sind nach Aussage der Kolumne gefährdet; die Madagaskar-Form war zwischenzeitlich sogar als ausgestorben bewertet worden, ehe es 2006 überraschende Hinweise gab. Die optische Ähnlichkeit der beiden Arten macht die Moorente im Masoala für Besucherinnen und Besucher zu einer Art Double‑Rolle.
- Wesen: Kleine Tauchente, spezialisiert auf Nahrungssuche in trübem Wasser.
- Sinnesleistung: Schnabel mit feinen Rezeptoren als Tastorgan.
- Bedeutung für Zoo: Ergänzt das Artenbild des Masoala-Regenwalds und regt Beobachtung sowie Artenschutzbewusstsein an.
Was bedeutet das für Besucherinnen und Besucher?
Für die Bevölkerung des Kantons Zürich heisst das: Der Masoala-Regenwald bleibt ein attraktives Ausflugsziel, bei dem auch vermeintlich unscheinbare Arten Lern‑ und Erlebniswerte bieten. Wer die Moorente sehen will, sollte an feuchte, vegetationsreiche Bereiche der Anlage denken und auf Ruhe beim Beobachten achten – die Tiere sind auf Tarnung und diskretes Verhalten spezialisiert.
| Art | Wissenschaftlicher Name | Bemerkung |
|---|---|---|
| Moorente | Aythya nyroca | Im Zoo Zürich im Masoala vertreten; ausgeprägte Tauchleistung |
| Madagaskar-Moorente | Aythya innotata | Sehr selten; zwischenzeitlich als ausgestorben eingeschätzt |
Der Zoo Zürich nutzt solche Beobachtungsgelegenheiten, um Besucherinnen und Besucher für die Lebensweise und Schutzbedürftigkeit von Wasservögeln zu sensibilisieren. Die Präsenz der Moorente im Masoala zeigt, wie auch weniger auffällige Arten dazu beitragen können, Interesse an Biodiversität und Artenschutz zu wecken.