Grössere Verzögerungen an der Grenzkontrolle erwartet
Am Flughafen Zürich müssen Reisende in den kommenden Wochen mit verlängerten Wartezeiten an den Passkontrollen rechnen. Verantwortlich dafür ist das neue Einreise- und Ausreisesystem der Europäischen Union, das sogenannte Entry/Exit System (EES). Mit dessen Einführung haben sich die Abläufe an den Schengen-Aussengrenzen verändert – insbesondere für Personen aus Staaten ausserhalb der EU und des Schengen-Raums.
Bei der ersten Einreise in den Schengen-Raum werden bei betroffenen Reisenden künftig biometrische Daten erfasst und registriert. Diese Digitalisierung der Kontrollen soll langfristig die Grenzübertritte sicherer und effizienter machen, kann aber in der Anfangsphase deutlich mehr Zeit pro Passagier in Anspruch nehmen.
Wer ist betroffen – und wer nicht?
Für Schweizerinnen und Schweizer sowie für Bürgerinnen und Bürger aus EU- und EFTA-Staaten ändert sich nach Angaben des Flughafens grundsätzlich nichts am Ablauf. Gleiches gilt für Personen mit einer Schweizer oder EU-Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung (zum Beispiel B- oder C-Ausweis), die weiterhin durch den gewohnten Grenzkontrollprozess geführt werden.
- Betroffen: Reisende aus Staaten ausserhalb der EU und des Schengen-Raums bei ihrer ersten Einreise.
- Nicht betroffen: Schweizer, EU-/EFTA-Bürgerinnen und -bürger sowie Inhaberinnen und Inhaber einschlägiger Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligungen.
- Empfehlung: Wo möglich die automatisierten E-Gates nutzen, um Zeit zu sparen.
Auswirkungen während der Sommer-Hochsaison
Gerade in der Sommer-Hochsaison verstärkt sich der Effekt: An Spitzentagen erwartet der Flughafen regelmässig mehr als 110'000 Passagiere. Das hohe Passagieraufkommen kombiniert mit den zusätzlichen Kontrollschritten kann zu längeren Warteschlangen führen.
| Faktor | Erwartete Auswirkung |
|---|---|
| Einführung EES | Erhöhte Prüfzeit bei erster Einreise (biometrische Datenerfassung) |
| Sommer-Hochsaison | Längere Warteschlangen durch hohes Passagieraufkommen (>110'000 an Spitzentagen) |
| Automatisierte Kontrollen (E-Gates) | Potenzial zur Reduktion von Wartezeiten für Berechtigte |
Massnahmen der Behörden und praktische Hinweise
Die Kantonspolizei Zürich hat angekündigt, die Personaleinsätze an den Passkontrollschaltern laufend dem Passagieraufkommen anzupassen. Der Flughafen weist zudem auf die automatisierten Passkontrollen (E-Gates) hin, die Reisenden Zeit sparen können, sofern sie dafür zugelassen sind.
Für Reisende bedeutet das konkret:
- Planen Sie anstossende Zeitreserven für die Passkontrolle ein, besonders bei internationalen Flügen aus Drittstaaten während der Ferienzeit.
- Nutzen Sie, sofern möglich, die E-Gates zur automatisierten Passkontrolle.
- Informieren Sie sich vor Reiseantritt über die geltenden Einreisebestimmungen und ob Sie von der EES-bedingten Datenerfassung betroffen sind.
Die Neuerung zielt auf eine langfristige Verbesserung und stärkere Digitalisierung der Grenzkontrollen ab. Kurzfristig ist jedoch mit Verzögerungen zu rechnen, weshalb Reisende und Flughafenbetreiber ihre Abläufe entsprechend anpassen müssen.