Rücksicht und Regeln statt Leichtsinn
Der Hochrhein zwischen Stein am Rhein und Diessenhofen gilt als eine der reizvollsten Stromstrecken Europas. In diesem Sommer sorgen hohe Temperaturen dafür, dass sich viele Menschen als Schwimmer, mit Gummibooten oder auf Stand-up-Paddles (SUP) im und auf dem Fluss erfrischen. Die Thurgauer Seepolizei weist allerdings darauf hin, dass gerade auf diesem Flussabschnitt erhöhte Gefahren bestehen und einfache Verhaltensregeln Unfälle vermeiden können.
Wiederholte Zwischenfälle erinnern an Risiken
Immer wieder kommt es auf Schweizer Fliessgewässern zu tragischen Unfällen. Kürzlich war ein fünfjähriger Bub auf der Reuss betroffen, als er aus einem Gummiboot fiel und ertrank. Auf dem Hochrhein selbst ereignete sich im vergangenen Herbst ein Zwischenfall oberhalb von Diessenhofen: Ein Weidling kollidierte mit einer Wiffe und zerbrach; laut Kantonspolizei Thurgau verhinderte die richtige Reaktion des Schiffsführers eine Suchaktion. Bereits 2019 starb ein Mann in der Nähe nach einer Kollision seines Gummibootes mit einer Wiffe.
„An den meisten Todesfällen ist nicht das Gewässer schuld“, sagt Marcel Kuhn, Dienstchef der Seepolizei Thurgau.
Der Kommentar von Marcel Kuhn unterstreicht, dass menschliches Verhalten und gesundheitliche Probleme oft die unmittelbaren Ursachen sind. Die Seepolizei beobachtet unter anderem Freizeitkapitäne, die riskant an Wiffen vorbeifahren oder Boote zusammenbinden — Verhaltensweisen, die das Sicherheitsrisiko deutlich erhöhen.
Konkrete Regeln für weniger Risiko
Die Seepolizei nennt mehrere grundlegende Hinweise, die für alle Nutzerinnen und Nutzer des Hochrheins gelten:
- Abstand halten: zu Wiffen, zu Schiffen und zu Brückenpfeilern; nahe Hindernisse können starke Strömungen und Wechselwirkungen erzeugen.
- Kein Alkohol: Auf dem Wasser vermindert Alkohol Reaktionsfähigkeit und Urteilsvermögen — Hauptursache vieler Unfälle.
- Boote nicht zusammenbinden: Verbundene Gummiboote verhalten sich unvorhersehbar und können bei Strömung auseinandergerissen werden.
- Aufsicht bei Kindern: Kleine Kinder dürfen nicht unbeaufsichtigt in oder am Wasser sein; Tragwesten sind Pflicht bei unsicherem Verhalten oder schwachem Schwimmvermögen.
- Verkehrsregeln beachten: Begegnungs- und Vorfahrtsregeln gegenüber Berufsschifffahrt und grossen Fahrzeugen respektieren.
Was das für Thurgauerinnen und Thurgauer bedeutet
Für Anwohnende und Ausflügler im Kanton Thurgau heisst das: Erholung am Wasser ist möglich, aber nur mit Bedacht. Wer Familienausflüge plant oder auf dem Fluss unterwegs ist, sollte die Ausrüstung (Schwimmwesten, Erste-Hilfe-Set), die Fähigkeiten der Teilnehmenden und die örtlichen Gefahrenstellen berücksichtigen. Die Präsenz der Seepolizei dient nicht nur der Kontrolle, sondern auch der Prävention — sie beobachtet kritische Situationen und gibt Hinweise zum sicheren Verhalten.
Übersicht: Bekannte Zwischenfälle
| Jahr | Ort | Kurzbeschreibung |
|---|---|---|
| 2019 | Nahe Hochrhein | Mann starb nach Kollision seines Gummibootes mit einer Wiffe. |
| Herbst 2025 | Oberhalb Diessenhofen | Weidling kollidierte mit einer Wiffe und brach; Schiffsführer verhinderte Suchaktion. |
| kürzlich | Reuss | Fünfjähriger fiel aus Gummiboot und ertrank (als Warnung auch für Fliessgewässer). |
Wer am Hochrhein unterwegs ist, trägt Verantwortung — für sich selbst und andere. Ein rücksichtsvolles Verhalten reduziert das Risiko schwerer Unfälle und sorgt dafür, dass die beliebte Stromfahrt zwischen Thurgau und Schaffhausen auch in Zukunft sicher genossen werden kann.