Gefahren erkennen, richtig handeln
Der Hochrhein zwischen Stein am Rhein und Diessenhofen ist in diesem Hitzesommer stark frequentiert: Schwimmer, Gummiboote und SUPs suchen Abkühlung auf dem Fluss. Die Thurgauer Seepolizei weist darauf hin, dass einfache Verhaltensregeln Unfälle verhindern und Leben retten können. Konkret nennt die Seepolizei Abstand zu Wiffen, Schiffen und Brückenpfeilern, keinerlei Alkohol an Bord oder beim Schwimmen sowie das Verbot, mehrere Boote zusammenzubinden.
Die Warnung kommt nicht aus der Luft gegriffen. In der Region haben sich bereits schwere Zwischenfälle ereignet: Im Herbst kollidierte ein Weidling oberhalb von Diessenhofen mit einer Wiffe und brach auseinander; laut Kantonspolizei konnte durch die richtige Reaktion des Schiffsführers eine Suchaktion verhindert werden. Auch auf anderen Schweizer Fliessgewässern führten Unachtsamkeiten zu tödlichen Unfällen, zuletzt ein Kind, das aus einem Gummiboot fiel und ertrank.
„An den meisten Todesfällen ist nicht das Gewässer schuld“, sagt Marcel Kuhn, Dienstchef der Seepolizei Thurgau.
Aus Sicht der Seepolizei sind häufig gesundheitliche Probleme oder menschliches Fehlverhalten die Ursache. Die Behörden berichten zudem von Freizeitkapitänen, die auf dem Hochrhein Wiffen passieren, oft ohne sicheren Abstand oder Beachtung der Strömung. Gerade an Brückenpfeilern und Engstellen erhöht sich das Risiko, weil Strömungen dort unberechenbarer sein können.
Konkrete Verhaltensregeln für die Nutzung des Hochrheins
- Abstand halten zu Wiffen, fahrenden Schiffen und Brückenpfeilern.
- Kein Alkohol beim Schwimmen oder an Bord von Gummibooten und SUPs.
- Keine zusammengebundenen Boote, da das Manövrieren eingeschränkt ist und Kentergefahr steigt.
- Auf Strömungen achten und Gefahrenstellen wie Wehre meiden.
- Rettungsmittel mitführen und in Notfällen sofort die zuständigen Stellen informieren.
Für Freizeitnutzer des Flusses sind das keine theoretischen Hinweise, sondern praktische Vorsorgemassnahmen. Wer sich mit Freunden in einem Gummiboot vergnügt, sollte die Belastbarkeit des Bootes, die eigene Schwimmfähigkeit und mögliche Gesundheitsrisiken ehrlich einschätzen. Kinder gehören unbedingt mit geeigneten Schwimmhilfen betreut.
Wem helfen diese Regeln nützen — und wie reagieren bei einem Unfall
Die Regeln richten sich an alle, die sich am oder auf dem Wasser aufhalten: Schwimmer, Stand-up-Paddler, Kanuten, Inhaber von Gummibooten und Bootsfahrer. Menschen, die in der Nähe von Wiffen oder Brückenpfeilern unterwegs sind, müssen besonders aufmerksam sein, weil unvorhersehbare Strömungen entstehen können.
Wenn eine Notsituation eintritt, gilt: Ruhe bewahren, Notruf absetzen und Hilfsversuche nur unternehmen, wenn sie die eigene Sicherheit nicht gefährden. Die Seepolizei und Kantonspolizei sind für Bergungs- und Rettungseinsätze zuständig.
| Risiko | Empfohlene Vorsichtsmassnahme |
|---|---|
| Kollision mit Wiffe | Ausreichenden Abstand einhalten, Konzentration beim Befahren |
| Starke Strömung | Engstellen meiden, Schwimmfähigkeit prüfen |
| Alkoholkonsum | Unterlassen, besonders bei Kindern und Nichtschwimmern |
Die Seepolizei appelliert an die Eigenverantwortung aller Nutzenden: Die schönsten Flussstrecken können schnell zur Gefahr werden, wenn Regeln missachtet werden. Wer sich an die Hinweise hält, reduziert das Risiko für sich und andere deutlich.