Finanzielle Stabilisierung und strategische Neuausrichtung
Das Spitalzentrum Biel verzeichnet für das Geschäftsjahr 2025 eine markante Besserung in der Erfolgsrechnung. Der Jahresverlust konnte von 1,8 Millionen Franken im Vorjahr auf 0,7 Millionen Franken reduziert werden. Der Betriebsertrag stieg um 5,2 Prozent auf 301 Millionen Franken, während sich der Betriebsaufwand um 4,9 Prozent auf 281,3 Millionen Franken erhöhte. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich um 8,4 Prozent auf 16,8 Millionen Franken.
Diese Zahlen deuten auf eine operative Konsolidierung hin, die die Grundlage für die beabsichtigten strukturellen Anpassungen bildet. Für die Bevölkerung in Biel und dem Seeland sind die Entwicklungen relevant, weil sie Auswirkungen auf das Angebot von Behandlungen, Wartezeiten und die Ausrichtung stationärer versus ambulanter Versorgung haben können.
Ambulanter Ausbau: Mehr Behandlungen ausserhalb des Spitals
Im Berichtsjahr nahm die Zahl der ambulanten Konsultationen um 9,7 Prozent zu; insgesamt wurden über 250'000 ambulante Behandlungen registriert. Die stationären Fälle legten leicht zu und lagen mit einem Plus von 1,4 Prozent bei über 14'600 Fällen.
- Ambulante Behandlungen 2025: > 250'000
- Stationäre Fälle 2025: > 14'600
- Geplante Verlagerung bisher stationärer Fälle in ambulante Leistungspfade: 300–500 Fälle jährlich in ausgewählten Fachbereichen
Ein dreijähriges Pilotprojekt mit dem Kanton Bern und einer Einkaufsgemeinschaft trug laut Mitteilung dazu bei, dass operative Eingriffe vermehrt ambulant durchgeführt werden konnten. Das Spital nennt konkret die Fachbereiche Gynäkologie, Orthopädie sowie Hals-Nasen-Ohren-Medizin als Schwerpunkte, in denen jährlich 300 bis 500 bislang stationäre Fälle in den ambulanten Bereich verlagert werden sollen.
Neues Zentrum «Maison de la Santé» geplant
Als Teil der Strategie plant das Zentrumsspital für 2027 ein integriertes Behandlungszentrum unter dem Namen «Maison de la Santé». Dieses Projekt zielt darauf ab, die ambulante Versorgung zu stärken und verschiedene Versorgungsangebote zu bündeln. Für Patienten könnte das bedeuten: kürzere Wege, engere Vernetzung von Disziplinen und vermehrte ambulante Therapieoptionen statt stationärer Aufenthalte.
| Kennzahl | Wert 2025 |
|---|---|
| Betriebsertrag | 301 Mio. CHF |
| Betriebsaufwand | 281,3 Mio. CHF |
| EBITDA | 16,8 Mio. CHF |
| Jahresverlust | 0,7 Mio. CHF |
| Ambulante Behandlungen | > 250'000 |
| Stationäre Fälle | > 14'600 |
Für die Stadt Biel und das Umland bedeutet der Kurswechsel eine potenzielle Entlastung stationärer Bettenkapazitäten und eine Verlagerung von Ressourcen in ambulante Strukturen. Zugleich erfordert dieser Umbau Investitionen in Infrastruktur, Personalplanung sowie Koordination mit kantonalen Stellen und Zuweiserärzten.
Die angekündigten Massnahmen sind noch in Planung und sollen in den kommenden Jahren umgesetzt werden. Für Patientinnen und Patienten bleibt wichtig, wie sich Termine, Nachsorgemodelle und Verantwortlichkeiten zwischen ambulanten Zentren und dem Spital entwickeln. Konkrete Detailpläne, Zeitachsen und Auswirkungen auf Mitarbeitende nannte die Mitteilung nicht im Detail.