Uster installiert Netz zur Erfassung von Hitzeinseln
Die Stadt Uster hat ein neues Messnetz mit zwölf Sensorstationen aufgebaut, um konkrete Daten zum städtischen Mikroklima zu sammeln. Ziel ist es, sogenannte Hitzeinseln – Bereiche, die sich tagsüber stark aufheizen und nachts kaum abkühlen – nachweisbar zu machen. Die Erkenntnisse sollen helfen, Strassen, Plätze und Grünräume so zu gestalten, dass sie auch an schwülen Sommertagen erträglicher bleiben.
Die Messstationen stehen an unterschiedlichen Standorten im Stadtgebiet: an zentralen Lagen und stark frequentierten Plätzen sowie an ruhigeren, grüneren Orten zum Vergleich. Als Beispiele nennt die Stadt die Lage beim Bahnhof, den Stadtpark und das Zeughausareal. Damit lassen sich Temperaturen und weitere Klimagrössen an kontrastreichen Orten gegenüberstellen.
Welche Messgrössen erfasst werden
Die Sensoren messen nicht nur die Lufttemperatur, sondern auch Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Luftdruck. Die Stadt hofft, aus den Vergleichsdaten konkrete Aussagen darüber ableiten zu können, welche Massnahmen in welchen Gebieten tatsächlich Wirkung zeigen – etwa mehr Bäume, zusätzliche Grünflächen oder das Entsiegeln von Flächen.
- Sensoranzahl: 12
- Standorte: Bahnhof, Stadtpark, Zeughausareal u. a.
- Gemessene Werte: Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung, Luftdruck
- Kooperation: Zentrum für Aviatik (ZAV) der ZHAW
| Messgrösse | Nutzen für Planung |
|---|---|
| Temperatur | Erkennung von Hitzeinseln, Priorisierung von Beschattungsmassnahmen |
| Luftfeuchtigkeit | Bewertung der nächtlichen Abkühlung und des thermischen Komforts |
| Sonneneinstrahlung | Bestimmung von Intensivsonneneinfall und Bedarf an Sonnenschutz |
| Luftdruck | Kontext für Wetter- und Mikroklima-Analysen |
Die Datenauswertung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Aviatik (ZAV) der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Die Stadt betont, dass die Ergebnisse künftig direkt in Bau- und Verkehrsprojekte einfliessen sollen, um öffentliche Räume klimaresilienter zu gestalten.
Wer die Standorte der Messstationen einsehen möchte, findet sie auf der Karte «Stadtklima Messungen» im WebGIS Uster. Bereits erste Messwerte zeigen, dass es selbst an Vormittagen deutliche Unterschiede zwischen schattigen Parkflächen und stark versiegelten Plätzen geben kann.
Für die Bevölkerung bedeutet das Projekt konkretere Grundlagen, um städtische Massnahmen gegen Hitze gezielt zu planen: Bäume und Grünflächen könnten prioritär an Orten ergänzt werden, die die Sensoren als besonders anfällig identifizieren. Ebenso liefert das Netzwerk Argumente für das Entsiegeln von besonders aufgeheizten Flächen oder für die Veränderung von Belagsmaterialien an exponierten Strassen und Plätzen.
Die Stadt spricht von dem Ziel, Uster auch an heissen Tagen möglichst angenehm und lebenswert zu halten. Die Messdaten sollen dazu beitragen, diese Absicht auf konkrete Massnahmen und Standorte zu übersetzen.