Stadt verzichtet auf eigenes Busnetz – Fokus auf bestehende Linien
Der Weinfelder Stadtrat hält an der bereits nach der Volksabstimmung von 2020 eingeschlagenen Linie fest: Ein eigener Stadtbus gilt als zu kostspielig und politisch nicht mehrheitsfähig. Stattdessen sollen die bestehenden Regionallinien verfeinert und ausgebaut werden, um die lokale Erschliessung zu verbessern.
Die Stadtverwaltung nennt als Ziel insbesondere eine bessere ÖV-Anbindung im Osten von Weinfelden; die Umsetzung dieser Massnahme ist laut Mitteilung für Ende 2026 vorgesehen. Konkret will die Stadt zusätzliche Haltestellen schaffen, das Linienangebot verdichten und dort, wo sinnvoll, einen dichteren Takt einführen.
Hintergrund und politische Einordnung
Das Thema Stadtbus war 2020 an der Urne gescheitert. Die damaligen Befürworterinnen und Befürworter räumten ein, dass das Abstimmungsresultat deutlich war. Seither ist die Mehrheit im Stadtrat teilweise neu: Fünf der sieben Mitglieder sind inzwischen im Amt, was die Frage aufkommen liess, ob das Thema wieder aufgegriffen werde. Auf eine einfache Anfrage von Stadträtin Claudia Bieg (SP) antwortete der Stadtrat nun, dass er an der bisherigen Strategie festhalte.
Stadtrat Daniel Engeli, zuständig für Öffentliche Sicherheit, betont in der Antwort die Abwägung von Nutzen und Aufwand:
„Wir wollen die lokale ÖV‑Erschliessung mit Lösungen verbessern, die in einem guten Kosten‑Nutzen‑Verhältnis stehen.“
Kooperation mit Kanton und regionalen Busbetrieben
Stadt und Kanton sowie die regionalen Verkehrsunternehmen sollen gemeinsam die Massnahmen ausarbeiten und umsetzen. Als bereits gelungene Beispiele nennt die Stadt die Anpassungen bei zwei Linien, die Weinfelden gut erschliessen.
- Linie 722: Wil – Weinfelden – Thurland – Bahnhof (Erfahrungen mit zusätzlichen Haltestellen und angepasstem Angebot)
- Linie 932: Bahnhof Weinfelden – Mettlen – Neukirch an der Thur (ebenfalls Halbstundentakt und zusätzliche Haltestellen umgesetzt)
| Linie | Richtung | Umsetzung |
|---|---|---|
| 722 | Wil – Weinfelden – Thurland – Bahnhof | Zusätzliche Haltestellen, Taktverdichtung |
| 932 | Weinfelden Bahnhof – Mettlen – Neukirch a.d. Thur | Halbstundentakt, zusätzliche Haltestellen |
Konsequenzen für Bewohnerinnen und Pendler
Für Bewohnerinnen und Bewohner im Osten von Weinfelden bedeutet die geplante Ausdifferenzierung des regionalen Busangebots eine direkte Verbesserung der Erreichbarkeit von Bahnhof, Arbeitsplätzen und Einkaufsmöglichkeiten. Wer auf den ÖV angewiesen ist, kann künftig mit dichteren Verbindungen und näher gelegenen Haltepunkten rechnen. Für Quartiere, die bisher schlecht angebunden waren, könnten barrierefreie Haltestellen und ein regelmäßigeres Fahrplanangebot zusätzliche Mobilitätsoptionen eröffnen.
Gleichzeitig bleibt die Stadt bei ihrer Entscheidung, keinen städtischen Busbetrieb aufzubauen. Das hat Auswirkungen auf die langfristige Verkehrsplanung: Grössere Infrastrukturprojekte und die damit verbundenen Investitionen werden nicht in die Stadtkasse eingeplant, dafür setzt Weinfelden auf pragmatische, koordinierte Anpassungen vorhandener Linien.
Wie detailliert die Massnahmen umgesetzt werden und welche konkreten Haltestellen oder Takterweiterungen geplant sind, soll in Zusammenarbeit mit dem Kanton und den regionalen Busbetrieben erarbeitet werden. Die Bevölkerung kann in den kommenden Monaten mit weiteren Informationen zu konkreten Fahrplanänderungen rechnen.