Das Schnelle Einsatzelement Tödi (SET) des Zivilschutzes Glarus hat während eines Kadervorkurses und zweier Ausbildungstage den Umgang mit Tierseuchen geübt. Mit der kürzlichen Neuorganisation übernimmt das SET den Leistungsauftrag für die Tierseuchenwehr im Auftrag des Amtes für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit Graubünden (ALT). Ziel der Ausbildung war, die Abläufe so einzuüben, dass im Ernstfall rasch, sicher und professionell gehandelt werden kann.
Strikte Zoneneinteilung und persönliche Schutzausrüstung
Ausgangspunkt der praktischen Übungen war der Aufbau eines Schadenplatzes, wie er bei einem realen Ausbruch eingerichtet würde. Das Übungsgelände wurde in mindestens drei Sicherheitszonen gegliedert. Die rote Zone markierte den unmittelbaren Gefahrenbereich und darf nur mit umfangreicher Schutzausrüstung betreten werden. Die gelbe Zone diente als Arbeits- und Übergangsbereich, während die grüne Zone als sauberer Bereich definiert wurde.
Besondere Bedeutung hatten die Dekontaminationsschleusen. Bevor Personen, Material oder Fahrzeuge die kontaminierte Fläche verlassen, müssen sie gründlich gereinigt werden, um ein Verschleppen von Krankheitserregern zu verhindern. Die Ausbildung betonte die Präzision dieser Abläufe: nur konsequente Dekontamination schützt andere Betriebe und die Umwelt.
Praktische Arbeiten im Stall
Nachdem die Sicherheitsvorkehrungen standen, erfolgte die Arbeit im Stall. Die Einsatzkräfte führten das vollständige Ausmisten und die Entfernung grober Verschmutzungen durch. Anschliessend wurden alle Flächen mit Hochdruckreinigern gründlich gereinigt. Die abschliessende vollständige Desinfektion, mit dem Ziel, verbliebene Bakterien oder Viren abzutöten, war Teil der theoretischen Ausbildung und wurde im praktischen Teil nicht physisch umgesetzt.
Die Übung richtete sich sowohl an erfahrene Angehörige des Zivilschutzes als auch an neue Einsatzkräfte. Ein zentrales Ausbildungsziel war, dass alle Beteiligten dieselben Abläufe sicher und routiniert beherrschen, damit im Ernstfall Reaktionszeit minimiert und Fehlerquellen reduziert werden können.
- Aufbau eines Schadenplatzes: Zoneneinteilung in rot, gelb, grün;
- Persönliche Schutzausrüstung: Vollschutzanzug und Filtermaske für die rote Zone;
- Dekontamination: Reinigungsprozesse für Personen, Material und Fahrzeuge;
- Stallreinigung: Ausmisten, Hochdruckreinigung, anschliessende Desinfektion (theoretisch vermittelt).
Die Zusammenarbeit mit dem Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit Graubünden zeigt, dass regionale Behörden gemeinsame Standards anstreben. Für Landwirtinnen und Landwirte im Kanton Glarus bedeutet das: Im Ernstfall stehen gut instruierte und ausgerüstete Einsatzkräfte bereit, die nach festgelegten Protokollen vorgehen. Solche Vorbereitungen minimieren wirtschaftliche Schäden und begrenzen gesundheitliche Risiken für Menschen.
| Zone | Funktion | Schutzmassnahmen |
|---|---|---|
| Rot | Gefahrenbereich | Vollschutzanzug, Filtermaske |
| Gelb | Arbeits- und Übergangsbereich | Gegenstände vorbereiten, Übergang zur grünen Zone |
| Grün | Sauberer Bereich | Freie Zone ohne Kontamination |
Die Ausbildung hebt hervor, dass Tierseuchenabwehr interdisziplinär ist: Technisches Vorgehen, Schutz der Einsatzkräfte und lückenlose Dekontamination sind ebenso wichtig wie klare Zuständigkeiten. Für die Bevölkerung im Kanton Glarus ist die beste Vorsorge, dass Behörden, Schutzdienste und Landwirte solche Szenarien regelmässig üben und die erarbeiteten Standards konsequent anwenden.