Stadtparlament reagiert auf häufiger werdende Hitze
Das Zürcher Stadtparlament hat ein Postulat eingereicht, das die Öffnungszeiten aller städtischen Freibäder in den Sommermonaten deutlich ausdehnen will. Hintergrund sind prognostizierte häufigere Hitzetage mit Temperaturen bis zu 36 Grad und vermehrte Tropennächte, die die Bedeutung von Freibädern als Orte der Abkühlung und Prävention gegenüber Hitzeereignissen steigern, wie die Vorlage zusammenfasst.
Konkrete Forderungen des Postulats
- Ein weiteres Freibad in der Stadt prüfen und allenfalls realisieren.
- Einheitliche Öffnungszeiten: spätestens um 7 Uhr öffnen und frühestens um 22 Uhr schliessen.
- Sicherstellen, dass während längerer Öffnungszeiten genug Aufsichtspersonal (Bademeisterinnen und Bademeister) zur Verfügung steht, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit SLRG‑Vereinen.
„[Freibäder sind] zu elementaren Zufluchtsorten“, heisst es im Vorstoss der drei grünen Stadtparlamentarierinnen.
Der Status quo und die vorgeschlagene Änderung
Derzeit öffnen viele Sommerbäder in Zürich erst um 9 Uhr. Besonders an sehr heissen Tagen führen diese späteren Öffnungszeiten zu Warteschlangen am Eingang und zu Engpässen auf den Liegewiesen. Die Postulantinnen argumentieren, dass frühere Öffnungszeiten nicht nur dem Klimawandel Rechnung trügen, sondern auch den heutigen Arbeits- und Lebensmodellen, die flexiblere Tagesformen mit sich bringen.
| Aspekt | Heute | Postulat (Forderung) |
|---|---|---|
| Früheste Öffnungszeit | 9 Uhr (bei vielen Bädern) | 7 Uhr |
| Späteste Schliesszeit | unterschiedlich, Schwimmen nach Sonnenuntergang oft untersagt | 22 Uhr (Liegewiesen länger nutzbar; Schwimmen nach Sonnenuntergang weiterhin untersagt) |
| Personelle Massnahmen | Bestehende Bademeisterstellen | Mehr Bademeister/innen einstellen; Zusammenarbeit mit SLRG‑Vereinen |
Auswirkungen für die Zürcher Bevölkerung
Würden die Forderungen umgesetzt, hätte dies mehrere konkrete Folgen für den Alltag in Zürich: Arbeitsweg und Frühschichten könnten durch frühere Öffnungszeiten besser mit Freizeit und Erholung verbunden werden; an sehr heissen Tagen würde sich der Besucherandrang besser verteilen und so potenziell die Dichte an Liegewiesen und Zugängen reduzieren. Aus gesundheitlicher Perspektive können zusätzliche und länger verfügbare Freibadkapazitäten Hitzestress verringern, sofern genug qualifiziertes Aufsichtspersonal vorhanden ist.
Gleichzeitig stellen längere Öffnungszeiten organisatorische und finanzielle Anforderungen an die Stadtverwaltung: Es braucht zusätzliche Einsatzpläne, mehr Personal und womöglich auch Anpassungen bei Sicherheits- und Beleuchtungskonzepten. Die Postulantinnen betonen aber, dass das Schwimmen nach Sonnenuntergang weiterhin aus Sicherheitsgründen untersagt bleiben soll.
Der Stadtrat wird nun auf das Postulat reagieren müssen. Entscheidend wird sein, ob und wie die vorgeschlagenen Massnahmen budgetiert und personell umgesetzt werden können. Für die kommenden Sommer mit zu erwartenden Hitzeperioden bleiben Freibäder ein zentrales Element städtischer Vorsorge.