Ein Experiment mit Alltagstauglichkeit
Die Stadt Bern nimmt dieses Jahr an der von der Alliance SwissPass koordinierten „31 Days“ Challenge teil: Teilnehmende sollen einen Monat lang auf ihr Auto verzichten. Als Anreiz gibt es für die Mitmachenden ein Schnupper‑GA für einen Monat, ein PubliBike‑Abo und Zugang zum Carsharing‑Netz von Mobility. Unter den Teilnehmenden ist auch die 64‑jährige Bernerin Erika Gäggeler, die ihre Erfahrungen dem «BärnerBär» schilderte.
Positives Fazit, aber kein kompletter Umstieg
Gäggeler zieht insgesamt eine positive Bilanz: Die Mobilität in die grösseren Städte funktionierte für sie gut, und vieles sei letztlich Gewohnheitssache. Dennoch betont sie, dass sie nicht gänzlich auf das Auto verzichten wolle — aus praktischen Gründen.
„Man kann das – Das ist keine Frage.“
Konkrete Hindernisse im Alltag
Die teilnehmende Bernerin nannte mehrere Alltagssituationen, in denen der Verzicht auf ein eigenes Auto anspruchsvoll wurde. Besonders herausfordernd war das Kinderhüten: Mit Kinderwagen stiess sie an Grenzen, weil nicht überall rollstuhlgerechte oder bahngerechte Zugänge vorhanden sind. Sie schilderte Fälle, in denen wegen zu kurzer Perrons ganze Wagen geschlossen blieben und der Kinderwagen getragen werden musste. Auch unvorhersehbare Änderungen beim Einstiegspunkt in einen Zug machten die Orientierung schwieriger.
Was das Angebot umfasst
Für Teilnehmende der Aktion sind folgende Vergünstigungen vorgesehen:
- Schnupper‑GA für einen Monat
- PubliBike‑Abo
- Mobility‑Carsharing-Zugang
| Leistung | Nutzen |
|---|---|
| Schnupper‑GA | Monatlicher öffentlicher Verkehr inbegriffen |
| PubliBike | Mikromobilität in der Stadt |
| Mobility | Bedarfsorientiertes Auto ohne Besitz |
Folgen für die Bevölkerung
Die Erfahrungen von Gäggeler zeigen: Kurzfristig und innerstädtisch ist ein Verzicht auf das Auto für viele realistisch. Für Haushalte mit Kindern oder für regelmässige Fahrten ins ländliche Umland besteht jedoch weiterhin Bedarf an ergänzenden Angeboten oder besserer Abstimmung der bestehenden Verkehrsverbindungen. Städte und Gemeinden, Verkehrsunternehmen sowie Anbieter von Leihrädern und Carsharing sind gefordert, Barrieren zu erkennen und Zugänglichkeit zu verbessern.
Die «31 Days» Challenge bietet einen Anreiz, Mobilitätsgewohnheiten zu hinterfragen und alternative Angebote auszuprobieren. Die Rückmeldungen von Teilnehmenden wie Erika Gäggeler liefern dabei konkrete Hinweise, wo die Infrastruktur nachbessern muss, damit ein längerer Verzicht auf das eigene Auto für mehr Menschen praktikabel wird.