In der Nacht auf Freitag hat ein deutlich spürbares Erdbeben die Gemeinde Linthal und die umliegende Region im Kanton Glarus erschüttert. Der Eidgenössische Erdbebendienst (SED) der ETH Zürich verzeichnete den Hauptstoß um 04:37 Uhr mit einer Magnitude von 4,0. Die Herdtiefe des Bebens wurde mit 2,4 Kilometern angegeben.
Was genau registriert wurde
Der SED lokalisierte das Ereignis unter der Ortschaft Linthal, in einem geologisch bereits bekannten seismischen Bereich. Etwa neun Minuten nach dem Hauptbeben wurde ein kleineres Nachbeben mit der Magnitude 1,0 registriert — ein Vorgang, der bei größeren Erdstößen üblich ist.
„Boden und Fenster haben sich bewegt und gezittert“
Viele Bewohnerinnen und Bewohner beschrieben, wie Möbel vibrierten und Geschirr in Schränken klirrte. Beim Schweizerischen Erdbebendienst gingen binnen kurzer Zeit zahlreiche Meldungen ein, die das Erdbeben bestätigten. Bislang sind dem SED und den kantonalen Stellen keine Berichte über Verletzte oder Gebäudeschäden bekannt.
Fachliche Einordnung und mögliche Folgen
Die Alpenregion zählt geologisch zu den aktiveren Zonen Mitteleuropas. Tektonische Spannungen in der Erdkruste können zu einzelnen, lokal spürbaren Erdstößen führen. Gemäss Einschätzung der ETH Zürich sind bei einem Erdbeben dieser Magnitude in der Regel keine grösseren Schäden zu erwarten. Gleichwohl kann es in den kommenden Tagen zu weiteren Nachbeben kommen, die lokal wiederum verspürt werden können. Solche Nachbeben bergen, je nach Bauzustand betroffener Gebäude, ein geringes Risiko für kleinere Schäden.
Was Einwohnerinnen und Einwohner beachten sollten
- Bleiben Sie bei Nachbeben ruhig und entfernen Sie sich wenn möglich von Fenstern und Regalen.
- Prüfen Sie nach dem Beben kurz Ihre Wohnung oder Ihr Haus auf offensichtliche Schäden (Risse, verrutschte Lasten, defekte Gasleitungen) und melden Sie grössere Schäden den zuständigen Gemeindestellen.
- Informieren Sie sich über offizielle Meldungen des Eidgenössischen Erdbebendienstes (SED) und der kantonalen Einsatzleitungen.
Für die Bevölkerung im Glarnerland bleibt deshalb Ruhe und Wachsamkeit geboten: Das akute Risiko erscheint gering, doch die Situation sollte weiterhin beobachtet werden.
Daten auf einen Blick
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Magnitude | 4,0 |
| Zeit | 04:37 Uhr |
| Herdtiefe | 2,4 km |
| Ort | Linthal / nahe Klausenpass |
| Nachbeben | Magnitude 1,0 (etwa 9 Minuten später) |
Weitere Informationen und mögliche Aktualisierungen werden vom Eidgenössischen Erdbebendienst publiziert. Sollten Schäden auftreten, sind die kantonalen Einsatz- und Katastrophenschutzstellen in den betroffenen Gemeinden die erste Anlaufstelle.