Operatives Ergebnis verbessert, Sonderabschreibung belastet Jahresabschluss
Das Spitalzentrum Biel (SZB) hat im Geschäftsjahr 2025 das Defizit deutlich reduziert: Der Jahresverlust sank auf 700'000 Franken. Damit nähert sich das Haus der ausgeglichenen Bilanz, nachdem 2023 ein Verlust von 9,3 Millionen Franken und 2024 ein Minus von 1,8 Millionen Franken ausgewiesen worden waren. Allerdings schlug im Abschluss eine Sonderabschreibung von 1,7 Millionen Franken in Zusammenhang mit einem Neubauvorhaben zu Buche.
Operativ zeigt das Ergebnis eine positive Entwicklung: Das Umsatzwachstum lag mit +5,2 Prozent leicht über dem Kostenanstieg von +4,7 Prozent. Der Betriebsgewinn Ebitda stieg um 8,4 Prozent auf knapp 17 Millionen Franken, die Ebitda-Marge verbesserte sich auf 5,6 Prozent.
«Schwarze Null»
Der damalige CEO Kristian Schneider hatte bereits Anfang Jahr angedeutet, das Spitalzentrum habe womöglich die "schwarze Null" erreicht. Die Zahlen 2025 stützen diese Einschätzung für das operative Geschäft, zeigen aber zugleich, wie Einmaleffekte das kaufmännische Ergebnis beeinflussen können.
Ambulante Versorgung als Wachstumstreiber
Das SZB setzt bewusst auf den Ausbau ambulanter Angebote. So betreibt das Spital inzwischen eine grosse Ambulanz nahe dem Hauptbahnhof und ein Zentrum für ambulante Chirurgie in Seenähe; bis 2027 ist ein ambulantes Kinderzentrum geplant. Die Erlöse aus ambulanten Leistungen stiegen 2025 um 9,7 Millionen Franken, während die stationären Einnahmen leicht um 900'000 Franken zurückgingen. Die Zahl ambulanter Behandlungen nahm um 15,4 Prozent zu.
Besonders auffällig ist der Zuwachs am Zentrum Dolomed, das chronische Schmerzen behandelt: Die Behandlungszahlen stiegen dort um fast 143 Prozent. Solche Spezialisierungen tragen zur besseren Auslastung ambulanter Angebote und damit zur Ertragsverbesserung bei.
Neues Tarifmodell und konkrete Folgen
Im Frühjahr 2025 hat das SZB zusammen mit der Einkaufsgemeinschaft HSK und dem Kanton Bern ein Pilotmodell zur Tarifgestaltung gestartet. Ziel ist, Verlagerungen vom stationären in den ambulanten Bereich finanziell zu fördern: Kompensationen für solche Verschiebungen sollen Spitälern einen höheren Beitrag sichern. In der Folge wurden rund 500 Eingriffe in den Bereichen Gynäkologie, Orthopädie und weitere Fächer verlagert, was die ambulanten Fallzahlen und Einnahmen erhöhte.
- Operative Lage verbessert, aber Bilanz durch Sonderabschreibung belastet
- Ambulante Angebote treiben Umsatz und Behandlungszahlen
- Neues Tarifpilotmodell begünstigt Verlagerungen und könnte langfristig die Spitalfinanzierung verändern
| Jahr | Jahresverlust | Umsatz (Fr.) | Ebitda |
|---|---|---|---|
| 2023 | 9,3 Mio. | — | — |
| 2024 | 1,8 Mio. | — | — |
| 2025 | 0,7 Mio. | 301 Mio. | knapp 17 Mio. |
Für die Bevölkerung in Biel bedeutet diese Entwicklung konkret: Die ambulanten Versorgungsangebote vor Ort werden ausgebaut, was kürzere Wege und mehr Wahlmöglichkeiten für Patientinnen und Patienten schafft. Zugleich bleibt die Frage offen, wie künftige Immobilien- und Neubauaufwendungen bilanziell behandelt werden und welchen Einfluss dies langfristig auf Tarifpolitik und kantonale Beiträge haben wird.
Das SZB zeigt mit der Verlagerung in den ambulanten Bereich einen Weg zur Verbesserung der Rentabilität. Ob dies auch in den kommenden Jahren zu einem nachhaltig ausgeglichenen Ergebnis führt, hängt von weiteren politischen Entscheidungen, der Entwicklung der Neubaukosten und der Akzeptanz neuer Tarifmodelle ab.