Konflikt um Baum und Neubau
In Oerlikon steht eine markante Zeder auf dem Grundstück Probusweg 5, die laut Bauvisieren vom geplanten Neubau mitumfasst ist und damit gefällt werden würde. Das dreistöckige Wohnhaus, das dort entstehen soll, reicht nicht so hoch wie der Baum, weshalb die Zeder künftig fehlen würde. Die Situation hat in der Nachbarschaft eine Debatte über Verdichtung und Baumschutz ausgelöst.
Wer engagiert sich – und warum
Mehrere Anwohnende protestieren gegen die Fällung. Margrit und Hans Leu, die in der Nähe wohnen, betonen den ökologischen und gestalterischen Wert des Baums. Sie sagen, die Zeder sei ein wichtiger Lebensraum für Vögel und Eichhörnchen; sogar ein Kauz sei dort beobachtet worden. Eine erste Unterschriftenaktion hat bereits rund 100 Unterstützende ergeben; die Liste soll dem Hochbaudepartement übergeben werden.
„Dieser Baum ist einer der wenigen hohen Bäume, die wir im Quartier noch haben. Ohne diesen Baum wirkt die Umgebung steril.“ — Margrit Leu
Alter, Bedeutung und Stellungnahmen
Zum Alter des Baums kursieren unterschiedliche Einschätzungen: Einige Anwohnende vermuten ein Alter von rund 100 Jahren, gesichert scheint jedoch ein Mindestalter von 75 Jahren. Ein Luftbild aus dem Jahr 1951 zeigt den Baum bereits auf dem Grundstück. Grün Stadt Zürich bezeichnet die Zeder als erhaltenswert. Die ausführende Firma Halter, verantwortlich für das Projekt im Auftrag der Wohnbau Schweiz AG, war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Auswirkungen für das Quartier
Der Konflikt berührt mehrere für die Bevölkerung relevante Fragen:
- Stadtklima: alte Bäume spenden Schatten und tragen zur Kühlung bei.
- Biologische Vielfalt: grosse Einzelbäume sind oft Lebensraum für Vögel und Kleinsäuger.
- Aufenthaltsqualität: Baumgruppen und markante Individuen prägen das Quartierbild.
Wie weiter?
Die Petition zeigt, dass die Quartierbevölkerung den Baumschutz ernst nimmt. Formal ist nun das Hochbaudepartement als zuständige Stelle adressiert. Entscheidend werden die im Baugesuch dokumentierten Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen sowie mögliche Bewilligungsauflagen sein. Im Baugesuch wird festgehalten, dass die Zahl der Bäume auf dem Grundstück verändert wird; konkrete Angaben zu Ersatzpflanzungen oder Schutzanordnungen liegen derzeit nicht vor.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Standort | Probusweg 5, Oerlikon (Zürich) |
| Alter (gesichert) | mind. 75 Jahre |
| Unterschriften | rund 100 |
| Bauherrschaft / Ausführende | Wohnbau Schweiz AG / Firma Halter |
Praktische Hinweise für Anwohnende
Wer sich am Anliegen beteiligen will, kann die Petitionsergebnisse beim Hochbaudepartement einreichen oder sich an Grün Stadt Zürich wenden, um weitere Informationen zu möglichen Schutzinstrumenten zu erhalten. Für Fragen zum laufenden Verfahren bietet das zuständige Departement Auskunft über die eingereichten Baupläne und allfällige Auflagen.
Der Fall zeigt exemplarisch die Spannungsfelder zwischen innerstädtischer Verdichtung und dem Erhalt von Baumbestand, die für den Kanton Zürich in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden.