Der Kanton Bern warnt vor einer neuen Hitzewelle und appelliert an die Bevölkerung, Notfallstationen nur in wirklich lebensbedrohlichen Situationen aufzusuchen. In einer Mitteilung weist die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) darauf hin, dass die Kapazitäten der Spitäler aktuell stark beansprucht seien. Die Situation werde zusätzlich durch die Ferienzeit und eine reduzierte personelle Aufstellung verschärft.
Was die Behörden raten
Die GSI empfiehlt, bei Überhitzung und leichten bis mittelschweren Beschwerden zunächst andere Anlaufstellen zu prüfen. Konkret werden folgende Alternativen genannt:
- Apotheken für erste Beratung und symptomorientierte Hilfe
- Hausärztinnen und Hausärzte für nicht-akute Probleme
- Notfallfinder-App, die Auskunft über geeignete Anlaufstellen und in Echtzeit über die Auslastung von Notfallstationen gibt
- Nachbarschaftshilfe, also gegenseitige Unterstützung im Wohnumfeld
Warum der Appell jetzt wichtig ist
Gundekar Giebel, Sprecher der GSI, wird in der Mitteilung mit dem Hinweis zitiert, dass «Bagatellfälle werden oft falsch eingeschätzt». Dies führe zu Belastungsspitzen in den Notfallstationen. In der derzeitigen Lage – hohe Temperaturen und Ferienbetrieb – könne jede unnötige Vorstellung die Versorgungssituation weiter verschlechtern.
«Geht mit Hitzeschlag nicht in den Notfall»
Der Kanton betont damit nicht, dass Notfallstationen nicht vorhanden oder ungeeignet seien, sondern will sicherstellen, dass sie für wirklich dringliche Fälle frei bleiben. Die Notfallfinder-App wird als praktisches Tool hervorgehoben: Sie hilft bei der Entscheidung, ob ein Besuch der Notfallstation nötig ist, nennt alternative Anlaufstellen wie Apotheken oder Hausarztpraxen und liefert Echtzeitinformationen zur Auslastung.
Konkrete Folgen für die Bevölkerung
Für Bewohnerinnen und Bewohner des Kantons bedeutet dies, dass bei Hitze die Wahrscheinlichkeit steigt, an anderen Stellen rasch Hilfe zu bekommen als in überfüllten Notfächern. Wer sich unsicher ist, ob ein Zustand akut lebensbedrohlich ist (z. B. Bewusstlosigkeit, schwere Atemnot, starke Brustschmerzen), soll weiterhin sofort die Notfallnummer wählen oder direkt in die Notfallaufnahme gehen. Bei Symptomen wie leichterer Überhitzung, Kopfschmerzen, Schwindel oder Dehydratation empfiehlt die GSI zunächst Hausarzt, Apotheke oder die Nutzung der digitalen Angebote.
Besonders in Ferienzeiten, wenn das Personal in Spitälern reduziert sein kann, wirkt sich eine Entlastung durch die Bevölkerung direkt auf die Qualität und Erreichbarkeit der Notfallversorgung aus. Wer helfen kann, sollte Nachbarschaftshilfe leisten – etwa ältere oder alleinlebende Personen in der Nähe regelmässig kontrollieren.
| Situation | Empfohlene Anlaufstelle |
|---|---|
| Lebensbedrohliche Symptome | Notfallstation / Notruf |
| Nicht lebensbedrohliche Überhitzung, leichte Beschwerden | Apotheke / Hausarzt / Notfallfinder-App |
| Unterstützung im Alltag | Nachbarschaftshilfe |
Die Gesundheitsdirektion ruft die Bevölkerung zu umsichtigem Verhalten auf: Wer kann, soll auf andere Anlaufstellen ausweichen, um die Spitäler zu entlasten. Die Notfallkapazitäten bleiben damit für schwere und lebensbedrohliche Fälle verfügbar.
Weitere Informationen sind über die offiziellen Kommunikationskanäle des Kantons sowie über die Notfallfinder-App verfügbar.