Wasservorräte unter Druck: Gemeinden fordern sparsamen Umgang
Mehrere Gemeinden im Raum Bern-Ost appellieren an die Bevölkerung, den Wasserverbrauch deutlich zu reduzieren. Betroffene Orte reichen von Allmendingen bis Zäziwil; auch Münsingen, Konolfingen und Worb haben entsprechende Aufrufe auf ihren Websites publiziert. Hintergrund ist die anhaltende Hitze und Trockenheit in den letzten Wochen, die den Verbrauch in die Höhe getrieben hat und gleichzeitig die Waldbrandgefahr verstärkt.
Wasserverbund erreicht Leistungsgrenze
In Allmendingen hebt die Gemeindeverwalterin Marlis Spycher hervor, dass die Wasserversorgungsinfrastruktur des Wasserverbundes Region Bern AG «an die Grenze der Leistungsfähigkeit» gelange. Gleichzeitig stieg der Verbrauch auf deutlich höhere Werte als in den Vorjahren; konkret nennt die Mitteilung einen Verbrauch von rund 360 Kubikmetern pro Tag auf dem Gemeindegebiet — ein Wert, der laut Gemeinde über den bisherigen Spitzenwerten liegt.
«Ein sorgfältiger und verantwortungsvoller Umgang mit Trinkwasser ist notwendig, damit die Versorgung aller Einwohnerinnen und Einwohner mit lebensnotwendigem Trink-, Brauch- und Löschwasser jederzeit gesichert ist.» — Mitteilung der Gemeinde Allmendingen
Aus diesem Grund verlangen die Kommunen, auf nicht zwingend nötigen Wassergebrauch zu verzichten. Explizit genannt werden das Befüllen oder Pflegen von Swimmingpools, das Wässern von Gärten und das Abspritzen von Autos.
Welche Gemeinden rufen auf — und was bedeutet das praktisch?
Zu den namentlich erwähnten Gemeinden mit Sparaufrufen gehören:
- Allmendingen
- Konolfingen
- Wichtrach
- Grosshöchstetten
- Mirchel
- Freimettigen
- Bolligen
- Münsingen
- Zäziwil
- Worb
Für die Bevölkerung bedeutet das konkret:
- Pools nur in dringend notwendigen Fällen nachfüllen oder ganz darauf verzichten.
- Gärten nur sehr gezielt und spätabends oder frühmorgens sparsam wässern.
- Autos nicht mit Frischwasser abspritzen; statt dessen professionelle Waschstrassen nutzen, die Wasser recyceln.
- Alltagsgewohnheiten prüfen und Wasser sparen (z. B. kürzer duschen, nicht ungenutzt laufen lassen).
Konsequenzen und Vorgehen für die Bevölkerung
Die Gemeinden betonen, dass es beim jetzigen Verbrauchsniveau darum gehe, die Versorgung aller Einwohnerinnen und Einwohner mit Trink-, Brauch- und Löschwasser sicherzustellen. Sollte der Verbrauch weiter steigen oder die Infrastruktur Probleme zeigen, könnten weitergehende Einschränkungen oder zusätzliche Massnahmen nötig werden. Einwohnerinnen und Einwohner werden aufgefordert, die Websites ihrer Gemeinde und die Informationen des Wasserverbunds aufmerksam zu verfolgen und den Appellen Folge zu leisten.
Was Sie jetzt tun können
| Handlung | Vorteil |
|---|---|
| Duschen statt baden | Weniger Wasserverbrauch pro Nutzung |
| Wasser aus Regentonnen für Pflanzen nutzen (wenn verfügbar) | Entlastet Trinkwassersystem |
| Leitungen und Anlagen prüfen (keine Lecks) | Vermeidet unnötigen Verlust |
Weitergehende Fragen zur konkreten Lage und möglichen Einschränkungen beantworten die kommunalen Verwaltungen und der Wasserverbund Region Bern AG. Die Situation entwickelt sich mit den Witterungsbedingungen; deshalb sind kurzfristige Änderungen möglich.
Ausblick: Solange die Hitze anhält und der Verbrauch hoch bleibt, bleibt das Thema Wassersparen relevant. Die Verantwortung liegt sowohl bei den Versorgern als auch bei den Konsumentinnen und Konsumenten, um eine gleichmässige Versorgung und die Einsatzfähigkeit der Feuerwehren zu gewährleisten.