Präventive Testkäufe decken systemische Schwächen beim Jugendschutz auf
Im Mitte Juli durchgeführten Testkauf-Einsatz der Kommunalen Kriminalprävention des Neckar-Odenwald-Kreises in Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Heilbronn wurden in Supermärkten und Tankstellen wiederholt Verstösse gegen das Jugendschutzgesetz festgestellt. Begleitet wurden die jugendlichen Testkäufer durch Polizeibeamte der Aussenstelle Mosbach sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Koordinierungsstelle für die Kommunale Kriminalprävention des Landratsamts.
Ergebnisse und Reaktionen
Die Auswertung der Testkäufe fiel aus Präventionssicht nicht zufriedenstellend aus: In mehr als der Hälfte der Testkäufe kam es zu Beanstandungen. In den Fällen, in denen die Verkaufsstelle korrekt handelte, würdigte die Kommunale Kriminalprävention dieses Verhalten schriftlich und sprach Dank aus. Namentlich genannt werden dabei Fatmir Gjemaili von der Jet-Tankstelle und Amadeus Köhler von der Elan-Tankstelle in Mosbach, die in Anwesenheit der Marktleitung die Ausweiskontrolle forderten und anschliessend keine Tabakwaren an die Jugendlichen abgaben.
Massnahmen gegenüber beanstandeten Betrieben
Bei den beanstandeten Fällen führten Polizei und Landratsamt Aufklärungsgespräche mit Verkaufspersonal und Marktleitung. Darüber hinaus werde dort eine Geldbuße verhängt, heisst es in der Mitteilung. Auffällig war, dass in mehreren Situationen das Personal zunächst ein Ausweisdokument verlangte, die Waren dann aber dennoch an die jugendlichen Testkäufer herausgab. In anderen Fällen erfolgte der Verkauf ohne Zögern.
- Begleitung der Testkäufe: Polizeipräsidium Heilbronn (Aussenstelle Mosbach) und Koordinierungsstelle des Landratsamts
- Betroffene Verkaufsstellen: Supermärkte und Tankstellen im Kreisgebiet
- Konsequenzen: Aufklärungsgespräche und Geldbußen bei Beanstandungen; Lobsschreiben an korrekt handelnde Mitarbeitende
Ursachen und Appell
Als ein möglicher Grund für die Verstösse nennen die Verantwortlichen den Zeitdruck an Kassen. Das Verkaufspersonal wurde deshalb erneut eindringlich aufgefordert, sich für die Ausweiskontrolle die nötige Zeit zu nehmen und vorhandene Hilfsmittel zur Altersverifikation zu nutzen. Die Behörden betonen, dass die Einhaltung der Ausweiskontrollen zentral für den Jugendschutz sei.
| Aspekt | Ergebnis / Bemerkung |
|---|---|
| Zeitraum | Mitte Juli |
| Kontrollorte | Supermärkte und Tankstellen im Kreisgebiet |
| Beanstandungen | Mehr als die Hälfte der Testkäufe |
| Vorbildliche Fälle | Fatmir Gjemaili (Jet) und Amadeus Köhler (Elan) in Mosbach |
Die Aktion im Neckar-Odenwald-Kreis reiht sich in eine Reihe von lokalen Testkäufen ein, die Behörden bundesweit regelmässig durchführen, um die Einhaltung jugendschutzrechtlicher Bestimmungen zu überprüfen. Solche Kontrollen dienen nicht allein der Sanktionierung, sondern auch der Prävention: Durch Aufklärungsgespräche und öffentliches Anerkennen vorbildlicher Praxis sollen nachhaltige Verhaltensänderungen beim Verkaufspersonal gefördert werden.
Obwohl die Mitteilung keine exakten Fallzahlen nennt, macht die Formulierung deutlich, dass die Probleme nicht punktuell sind. Verkaufspersonal und Leitungsebene werden nun aufgefordert, interne Abläufe zu überprüfen, Mitarbeitende zu schulen und die vorhandenen technischen und organisatorischen Hilfsmittel konsequent zu nutzen, damit Tabakwaren nicht an Minderjährige gelangen.