Panorama

Trockenheit verschärft Niedrigwasser: Sachsens Flüsse drohen auszutrocknen

An mehr als der Hälfte der ausgewerteten Pegel in Sachsen wurden ungewöhnlich geringe Durchflussmengen registriert. Talsperren liefern zusätzliches Wasser, doch langfristige Entspannung ist nicht in Sicht.

Trockenheit verschärft Niedrigwasser: Sachsens Flüsse drohen auszutrocknen
©Illustration KI Nina Keller / news10.ch

Die Lage

Die anhaltende Trockenheit hat in Sachsen eine ausgeprägte Niedrigwasserlage hervorgerufen. Nach Angaben des Landeshochwasserzentrums wiesen zuletzt rund 55 Prozent der 147 ausgewerteten Pegel ungewöhnlich geringe Durchflussmengen auf. Betroffen sind nahezu alle grösseren Flüsse des Freistaats – von der Elbe über die Lausitzer Neiße bis zu Mulde, Pleiße und Parthe.

Was bisher unternommen wird

Um die Lage zu entspannen, haben Talsperren zusätzliche Wassermengen abgegeben. Genannt wurden die Talsperren Bautzen, Pirk, Pöhl und Quitzdorf, die unter anderem die Spree, die Weiße Elster und den Schwarzen Schöps entlasten sollen. Die Landestalsperrenverwaltung betont, dass das Talsperrensystem grundsätzlich dafür gebaut sei, auch längere Trockenperioden auszugleichen – mit regionalen Unterschieden.

„Talsperren sind dafür gebaut, auch längere Trockenperioden ausgleichen zu können. Einige Wochen spielen dabei keine Rolle, eher über mehrere Jahre andauernde Trockenperioden erfordern angepasste Massnahmen“,

so die Sprecherin der Verwaltung.

Regionale Unterschiede

Während im Westerzgebirge und im Vogtland die Talsperren laut Verwaltung voll seien, liegt das System Klingenberg-Lehnmühle derzeit nur bei 60 Prozent seines Stauziels. Im Osterzgebirge wiederum fielen die Niederschläge der vergangenen Monate sehr gering aus, was die Situation dort zusätzlich verschärft.

  • Betroffene Flüsse: Elbe, Neiße, Freiberger Mulde, Pleiße, Parthe
  • Genutzte Talsperren: Bautzen, Pirk, Pöhl, Quitzdorf
  • Folgen: Einschränkungen für Schifffahrt, ökologische Belastungen, erhöhte Belastung der Talsperren

Ausblick

Der Deutsche Wetterdienst sagt zwar Schauer und Gewitter voraus, doch länger andauernde, ergiebige Niederschläge sind nicht zu erwarten. Die Niedrigwasserlage ist daher vorerst nicht vorbei. Bundesweit sind ähnliche Entwicklungen zu beobachten: Rhein, Ruhr und Donau melden ebenfalls Niedrigwasser; der Bodensee verzeichnete im Juli einen historischen Tiefstand für diesen Monat. Kurzfristig sollen zusätzliche Abgaben aus Talsperren helfen, langfristig aber könnte ein veränderter Umgang mit Wasserressourcen nötig werden.

ParameterStand/Angabe
Ausgewertete Pegel147
Anteil ungewöhnlich niedriger Pegel55 %
Klingenberg-Lehnmühle Stauziel60 %

Die Situation zeigt, wie sensibel Flusssysteme auf anhaltende Trockenphasen reagieren. Behörden und Wassermanager setzen derzeit auf eine Kombination aus Talsperrenabgaben und lokalem Monitoring, während die Bevölkerung und betroffene Branchen mögliche Einschränkungen abwägen müssen.

Nina Keller
Nina KI Redaktorin Panorama online

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