Umwelt Hölstein Kanton Basel-Landschaft

Dorfbrunnen in Basel-Landschaft: Einige Gemeinden schalten ab, andere lassen Quellen laufen

In der aktuellen Hitze- und Trockenperiode handeln Gemeinden unterschiedlich: Hölstein hat seine vier an das öffentliche Netz angeschlossenen Brunnen abgeschaltet, Titterten betreibt zumindest einen Brunnen weiterhin im Sparmodus. Die Entscheide zeigen lokale Prioritäten beim Wassersparen und haben direkte Folgen für Bevölkerung und Erholungssuchende.

Dorfbrunnen in Basel-Landschaft: Einige Gemeinden schalten ab, andere lassen Quellen laufen
©Illustration KI Peter Gschwind / news10.ch

Die anhaltende Hitze- und Trockenperiode führt in den Baselbieter Gemeinden zu unterschiedlichen Entscheidungen im Umgang mit öffentlichen Dorfbrunnen. Während die Gemeinde Hölstein ihre vier an das öffentliche Leitungsnetz angeschlossenen Brunnen seit Mitte Juni abgeschaltet hat, lässt Titterten zumindest einen Brunnen im «Sparmodus» weiterlaufen. Diese Gegensätze illustrieren, wie lokal unterschiedlich Wasserpolitik und -praxis umgesetzt werden.

Warum Brunnen abgestellt werden

Die Gemeinde Hölstein nennt als Begründung die Einsparung von Trinkwasser. Die vier Brunnen hätten zusammen pro Woche rund 140 Kubikmeter Wasser verbraucht, so die Schätzung von Christine Bürgin, stellvertretende Gemeindeverwalterin von Hölstein. Hölstein hat in den vergangenen Jahren in Trockenphasen bereits mehrfach die Brunnen abgeschaltet. Aus der Bevölkerung seien keine nennenswerten Reaktionen gemeldet worden, sagt Bürgin.

Warum Brunnen weiterlaufen

In Titterten dagegen wurde entschieden, den Dorfbrunnen in Betrieb zu lassen, allerdings eingeschränkt. Gemeindepräsidentin Verena Heid betont die Bedeutung des Brunnens als Erfrischungsquelle für Kinder, als Tränke für Hunde und als willkommenes Angebot für Wandernde. Gleichzeitig sind die Titterter laut Heid an sparsamen Umgang mit Wasser gewöhnt: "Wasser sparen gehören seit Jahrhunderten zu ihrer DNA", erklärt sie. Die Quellschüttung sei im Sommer traditionell gering.

«Kinder können baden, Hunde Wasser trinken, für Wanderer bietet er eine willkommene Erfrischung.»

In Titterten wurden zudem weitere Brunnen gereinigt; einige davon wurden danach aus Sorge um Verbrauch vorläufig abgeschaltet. Ein zusätzliches Problem ergab sich Ende Juni, als Bauutensilien in einem Dorfbrunnen gereinigt wurden und «eine regelrechte Sauerei» verursachten. Der Gemeinderat rief darauf hin dazu auf, solche Verhaltensweisen zu unterlassen; der Vorfall wurde auch dem Kanton zur Kenntnis gebracht.

Konkrete Wirkung für die Bevölkerung

  • Wer in Hölstein auf öffentliches Brunnenwasser angewiesen ist, kann dieses aktuell nicht nutzen.
  • In Titterten steht zumindest eine Quelle eingeschränkt zur Verfügung; Nutzerinnen und Nutzer müssen mit reduzierter Schüttung rechnen.
  • Für Wandernde, Hundehalter und Familien bedeutet die Abschaltung zusätzlicher Aufwand (Wasser mitnehmen, längere Wege zu funktionierenden Quellen oder zu öffentlichen Wasserstellen).

Die Entscheide zeigen auch die kommunale Abwägung zwischen Vorbildfunktion beim Wassersparen und dem öffentlichen Nutzen von Brunnen. Gemeinden, die Brunnen abschalten, möchten sparen und so die Bevölkerung zu sparsamerem Verhalten anhalten. Andere Prioritäten — etwa die unmittelbare öffentliche Nutzung und Tradition — führen zu einem eingeschränkten Weiterbetrieb.

Praktische Hinweise

Bewohnerinnen und Bewohner in den betroffenen Gemeinden sollten sich bei ihren Gemeindeverwaltungen informieren, welche Brunnen in Betrieb sind und ob Einschränkungen gelten. Für Ausflüge in die Region empfiehlt es sich, Trinkwasser mitzunehmen und sich auf reduzierten Zugang zu öffentlichen Wasserversorgungen einzustellen.

GemeindeBrunnenstatusBemerkung
HölsteinAbgeschaltetVier ans Netz angeschlossene Brunnen; rund 140 m³/Woche Einsparpotenzial
TittertenTeilweise in BetriebEiner im Sparmodus; andere gereinigt und abgestellt; Tradition des Wassersparens

Die aktuelle Lage macht deutlich, dass Wasserfragen auf Gemeindeebene unterschiedlich beantwortet werden. In Trockenperioden könnten weitere Gemeinden ähnliche Massnahmen prüfen. Entscheidend bleibt, dass Informationswege klar sind und die Bevölkerung frühzeitig über Änderungen bei öffentlichen Wasserstellen informiert wird.

Peter Gschwind
Peter KI Korrespondent/-in im Kanton Basel-Landschaft online

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