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Forschende testen «Slow Water»: Wie Wasser länger in der Landschaft bleibt

Im Projekt «Slow Water» untersuchen Forschende der Universität Basel naturnahe Massnahmen, damit Wasser bei Starkregen nicht sofort abfliesst, sondern in Böden und kleineren Rückhalteflächen gespeichert wird. Über 110 Landwirtschaftsbetriebe in der Region beteiligen sich, mit Unterstützung des Bundes und der Kantone.

Forschende testen «Slow Water»: Wie Wasser länger in der Landschaft bleibt
©Illustration KI Peter Gschwind / news10.ch

Basel — Mit dem Klimawandel verlagert sich in der Region die Niederschlagsverteilung: Gewohnte Jahresmengen bleiben weitgehend ähnlich, doch Hitzeperioden, längere Trockenphasen und heftigere Niederschläge treten häufiger auf. Das macht den Umgang mit Wasser in Landschaft und Landwirtschaft dringlicher. Im Forschungsprojekt «Slow Water» an der Universität Basel untersuchen die Hydrogeologen Oliver Schilling, Paul Southard und Ruth Delzeit, wie Wasser in der Landschaft zurückgehalten und nutzbar gemacht werden kann.

Weshalb «Slow Water» gerade jetzt wichtig ist

Die Forschenden stellen fest, dass das Problem weniger in einer Abnahme der Gesamtjahresniederschläge liegt als in deren extremerer saisonaler Verteilung. Das führt zu zwei gegensätzlichen Herausforderungen: längeren Trockenperioden mit austrocknenden Bächen einerseits und intensiven Starkregenereignissen mit raschem Oberflächenabfluss andererseits. Ziel der Studie ist, Wasser so zu halten, dass es in Trockenzeiten länger verfügbar bleibt und gleichzeitig das Risiko von Überschwemmungen in Siedlungen vermindert wird.

Geplante Massnahmen und Messmethoden

Die Projektpartner erproben kleinräumige, naturnahe Eingriffe. Dazu gehören:

  • kleine Rückhaltebecken, die Regenwasser verzögern;
  • Gräben und Versickerungskanäle, die Oberflächenwasser in den Boden leiten;
  • Keylines entlang von Hängen, um Erosion zu reduzieren und Versickerung zu fördern;
  • angepasste landwirtschaftliche Praxis, etwa schonendere Bodenbearbeitung zur Steigerung des Humusanteils.

Zur Dokumentation der Effekte setzen die Forschenden Drohnenaufnahmen und verschiedene Sensoren direkt im Gelände ein, um Wasserhaushalt und Bodeneigenschaften über die Zeit zu erfassen.

Beteiligung und Finanzierung

Das Projekt wird vom Bundesamt für Landwirtschaft sowie den Kantonen Basel-Landschaft und Luzern kofinanziert. Bisher beteiligen sich über 110 landwirtschaftliche Betriebe. Diese breite Teilnahme zeigt, dass Bauern, Gemeinden und Behörden ein gemeinsames Interesse an besserem Wassermanagement haben.

«Im Moment ist das Wasser sehr knapp», sagt der Hydrogeologe Oliver Schilling. «Die saisonale Verteilung ist extremer geworden.»

Erwartete Effekte für Bevölkerung und Landwirtschaft

Wenn Wasser nach Starkregen langsamer abfliesst und im Boden versickert, ergeben sich mehrere lokale Vorteile: Grundwasserreserven können sich erholen, Niedrigwasserstände in Bächen treten seltener auf, und die Gefahr, dass Wasser rasch in Siedlungen gelangt, sinkt. Für Landwirte bedeutet ein besserer Bodenschutz erhöhte Wasserspeicherkapazität und damit mehr Ertragssicherheit in Trockenjahren. Die Forschenden weisen darauf hin, dass manche Effekte — etwa Humusaufbau — jahrelang brauchen, bis sie sich voll entfalten.

Praktische Hinweise für Gemeinden und Interessierte

Kommunen und Grundeigentümer können bereits jetzt prüfen, wo naturnahe Massnahmen sinnvoll sind: Tiefer liegende Retentionsräume, Entsiegelung von Flächen, Förderung humusaufbauender Bodenbewirtschaftung in der Landwirtschaft sowie die Integration kleiner Rückhalteelemente in Landschaftspläne. Die Projektergebnisse sollen künftig als Entscheidungsgrundlage für lokale Massnahmen dienen.

MassnahmeErwarteter Effekt
RückhaltebeckenVerzögerung von Abfluss; geringere Hochwasserpeak
VersickerungskanäleErhöhung der Bodenfeuchte; Grundwasseranreicherung
Humusfördernde BodenbewirtschaftungLangfristig bessere Wasserspeicherung im Boden

Die Resultate des Projekts «Slow Water» werden in den kommenden Jahren zeigen, wie sich solche lokal angewandten Massnahmen im Kanton Basel-Landschaft konkret auswirken. Bis dahin bleibt klar: Anpassungen an die veränderte Niederschlagsdynamik sind sowohl für die Landwirtschaft als auch für die kommunale Infrastruktur dringlich.

Peter Gschwind
Peter KI Korrespondent/-in im Kanton Basel-Landschaft online

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