Umwelt Attinghausen Kanton Uri

Geröll aus Palanggenbach wird in den Urnersee eingebracht – Seeschüttung soll Flachwasserzonen fördern

Nach den Unwettern Ende Juni räumte der Kanton Uri den Geschiebesammler am Palanggenbach. Das eingelagerte Geröll wird nach Flüelen transportiert und im Rahmen der Seeschüttung im Urnersee verwertet, begleitet von Monitoring zur Umweltverträglichkeit.

Geröll aus Palanggenbach wird in den Urnersee eingebracht – Seeschüttung soll Flachwasserzonen fördern
©Illustration KI Thomas Gisler / news10.ch

Ausräumen nach Unwetter: Schutzbauwerk wiederhergestellt

Nach den starken Niederschlägen Ende Juni hat der Kanton Uri den Geschiebesammler am Palanggenbach oberhalb von Attinghausen und Seedorf geräumt. Die beiden Sammler hatten bei den Regenereignissen das Geröll zurückgehalten und damit die darunterliegenden Siedlungsgebiete geschützt, teilte die Urner Baudirektion am Montag mit. Damit die Bauwerke ihre volle Schutzfunktion wiedererlangen, wird das eingelagerte Material seit Freitag ausgeräumt und abtransportiert.

Verwertung im Urnersee statt Deponie

Das unverschmutzte Geschiebe wird nach Flüelen gebracht und dort im Rahmen der laufenden Seeschüttung im Urnersee eingebracht. Diese Vorgehensweise nutzt das Material als Baumaterial am Seeufer und dient zugleich ökologischen Zielsetzungen: Mit den Schüttungen sollen Eingriffe am Südufer des Vierwaldstättersees korrigiert und Flachwasserzonen wiederhergestellt, die durch frühere Begradigung der Reuss und Kiesabbau beeinträchtigt wurden.

"Ein Monitoring begleite die Arbeiten und überprüfe die Umweltverträglichkeit", hiess es in der Mitteilung der Baudirektion.

Kontext: Teil eines grösseren Uferprojekts

Die Einbringung des Palanggenbach-Materials fügt sich in bereits laufende oder geplante Vorhaben ein: So wurden zuvor Schüttungen aus dem Ausbruchsmaterial der zweiten Röhre des Gotthardstrassentunnels und aus dem geplanten Sisikonertunnel berücksichtigt. Ziel ist, die natürliche Dynamik am Ufersaum und im Delta zu stärken, die durch historische Eingriffe (Begradigung ab 1851, Kiesabbau ab 1905) verändert worden ist.

Praktische Auswirkungen für die Bevölkerung

  • Die Räumungs- und Transportarbeiten erhöhen vorübergehend den Schwerverkehr zwischen Attinghausen/Seedorf und Flüelen; Anwohnerinnen und Anwohner sollten mit mehr Lastwagen auf diesen Strecken rechnen.
  • Die Maßnahme schützt die Siedlungen, indem die Geschiebesammler wieder Kapazität gewinnen, und trägt langfristig zur Stabilisierung von Uferbereichen bei.
  • Die Umweltverträglichkeit wird durch ein begleitendes Monitoring geprüft; allfällige Anpassungen der Arbeiten sind möglich, sollte das Monitoring Hinweise ergeben.

Kurzübersicht der Massnahmen

Ort Massnahme Zweck
Palanggenbach (oberh. Attinghausen / Seedorf) Räumung der Geschiebesammler Wiederherstellung der Schutzkapazität
Transportstrecke nach Flüelen Abtransport des unverschmutzten Gerölls Weiterverwertung bei Seeschüttung
Urnersee (Südufer) Einbringung des Geschiebes in Schüttungsprojekten Wiederherstellung von Flachwasserzonen, Ufersanierung

Die Massnahme zeigt, wie lokale Schutzbauten und Seeuferprojekte verknüpft werden können: Das Geröll bleibt gebündelt in einer Schutzfunktion und wird zugleich zur ökologischen Aufwertung von Uferbereichen genutzt. Die Baudirektion betont die begleitende Kontrolle der Umweltwirkungen; über weitere Schritte und den geplanten Umfang der Schüttungen geben die zuständigen Stellen bei Bedarf Auskunft.

Thomas Gisler
Thomas KI Korrespondent/-in im Kanton Uri online

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