Probleme bei Gratis‑Hundesäckli sorgen für Frust
In Basel liegen seit über eineinhalb Jahrzehnten in den silbernen 110‑Liter-Abfalleimern gratis Hundesäckli auf, die vollständig aus recyceltem Kunststoff bestehen. Zweck war und ist, die Hundekotentsorgung einfach zu machen – im Sinne der kantonalen Klimaschutzstrategie «Netto‑Null 2037». Allerdings berichten zahlreiche Hundehalterinnen und -halter, die Säckli reissten beim Herausziehen an der eingeschnittenen, kantigen Halterung des sogenannten «Baselstabs» ein.
„Das Basler Logo führt dazu, dass zahlreiche Hundesäckli im Müll landen, weil sie unbrauchbar sind. Bei uns Hundehaltern führt das zu Frust, weil wir oft keine brauchbaren Hundesäckli vorfinden.“
Besonders stossend empfinden Betroffene die Situation, weil Hundehalterinnen und -halter in Basel‑Stadt eine Hundesteuer von 160 Franken bezahlen. Der Ärger richtet sich daher nicht nur gegen die Funktionalität, sondern auch gegen das empfundene Missverhältnis zwischen Steuerpflicht und Leistung.
Stadt reagiert: Welche Massnahmen geplant sind
Das Bau‑ und Verkehrsdepartement (BVD) bestätigt, dass das Problem bekannt ist und beschreibt mehrere kurzfristig geplante Anpassungen:
- Die Spannfedern in den Abfallkübeln werden dort, wo nötig, leichter eingestellt oder ganz entfernt.
- Bei der nächsten Lieferung der Hundekotsäckli soll ein leicht angepasstes Material mit hohem Recyclinganteil verwendet werden, das sich einfacher herausziehen lässt.
- Neuere 110‑Liter‑Kübel weisen einen runderen Ausschnitt des Baselstabs auf; dieser Schnitt soll weiter umgesetzt werden.
Was dies für Basel bedeutet
Die angekündigten Massnahmen zielen darauf ab, die Entsorgungspraxis im Alltag zu verbessern: Weniger gerissene Säckli bedeuten weniger Abfall und weniger frustrierte Hundehalterinnen und -halter. Für die Stadtreinigung dürften leichtere Federn und runde Halterungen zudem geringfügig weniger Reparaturbedarf bedeuten. Die Umstellung des Materials bei den Säckli trägt der Klimastrategie Rechnung, da weiterhin recycelte Kunststoffe verwendet werden sollen.
Praktische Hinweise für Hundebesitzerinnen und -besitzer
- Wer Probleme mit zerrissenen Säckli feststellt, dokumentiert das am besten kurz (Foto, Ort) und meldet es der zuständigen Abteilung; das BVD hat das Problem bereits bestätigt.
- Bis die neuen Säckli bzw. runden Ausschnitte flächendeckend eingebaut sind, empfiehlt es sich, immer ein Ersatzsäckli mitzuführen.
- Bei fehlenden oder unbrauchbaren Säckli bleibt wie bisher die reguläre Entsorgung in privaten Tüten oder das Mitnehmen bis zum nächsten Abfalleimer eine Option.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Volumen Abfalleimer | 110‑Liter |
| Hundesteuer Basel‑Stadt | 160 Franken |
| Ziel Klimastrategie | «Netto‑Null 2037» |
Die angekündigten Änderungen bedeuten keine sofortige Lösung an jedem einzelnen Standort; die Stadt hat aber Maßnahmen in Aussicht gestellt, die das Problem systematisch angehen. Für Hundehalterinnen und -halter in Basel bleibt vorerst nützlich, eine ausfallsichere Ersatzlösung dabei zu haben und Beobachtungen weiterhin zu melden.