Stärkung der Verwaltung und lokale Einbindung als Ziel
Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt hat mit dem Beschluss Nr. 2679/QD-BNNMT ein Rahmenprogramm für Schulung und Kapazitätsaufbau verabschiedet, das die erste Phase der Umsetzung des Nationalen Zielprogramms für den Aufbau neuer ländlicher Gebiete und die nachhaltige Armutsbekämpfung abdeckt. Der Zeitraum von Phase I reicht von 2026 bis 2030. Kernanliegen ist die Erhöhung der Kompetenzen von Beamten und lokalen Akteuren in Verwaltung, Management, Beratung, Umsetzung sowie in Überwachung und Evaluierung.
Konkrete Vorgaben und Zielgruppen
Das Programm differenziert die Zielgruppen in drei Hauptkategorien: zentrale und provinziale Beratungs- und Verwaltungspersonen; Gemeinde- und Dorfbeamte, die Basisarbeit leisten; sowie die allgemeine Bevölkerung. Vorgesehen sind umfassende Inhalte: das Programm umfasst drei Inhaltsgruppen und insgesamt 33 Themen, die in flexiblen Formaten wie Präsenzveranstaltungen, Online-Schulungen und Train-the-Trainer-Angeboten vermittelt werden sollen.
- Alle beratenden, Management- und Umsetzungsbeamten auf zentraler und Provinzebene sollen bis 2030 aktualisierte Kenntnisse erhalten.
- Mindestens 95 % der teilnehmenden Gemeindebeamten erhalten jährlich mindestens eine vertiefende Schulung.
- Minimales Ziel: 65 % der Gemeinden bieten regelmäßig direkte oder Vor-Ort-Schulungen für die ländliche Bevölkerung an.
Warum die Schulungen wichtig sind
Die Maßnahmen zielen darauf ab, nicht nur administratives Wissen zu vermitteln, sondern praktisch wirksame Fähigkeiten für die Umsetzung ländlicher Entwicklungsprojekte und die Beteiligung der Bevölkerung zu stärken. Durch gezielte Weiterbildung von Dorfvorstehern, Mitgliedern der Dorfentwicklungsräte und Gemeindeüberwachungsräte sollen lokale Entscheidungsprozesse, die Überwachung von Investitionen und die Mobilisierung der Bevölkerung verbessert werden. Solche Kapazitätsaufbauten sind zentral, damit politisch beschlossene Programme auch auf dem Land effektiv umgesetzt werden können.
Operationalisierung und Formate
Die geplanten Schulungsformate sind vielfältig und sollen sich an unterschiedlichen Bedürfnissen orientieren. Dazu zählen Präsenzkurse, E-Learning-Module sowie Ausbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren («Train-the-Trainer»). Diese Kombination ermöglicht, Inhalte breit zugänglich zu machen und gleichzeitig lokale, kontextbezogene Fragen direkt vor Ort zu bearbeiten.
Übersicht: Ziele in Zahlen
| Ziel | Vorgabe |
|---|---|
| Aktualisierte Kenntnisse auf zentraler/provinzieller Ebene | Bis 2030 für alle beratenden und Managementbeamten |
| Vertiefende Schulung für Gemeindeebene | Mindestens 95 % der Teilnehmenden jährlich |
| Direkte Schulungen für Bevölkerung in Gemeinden | Mindestens 65 % der Gemeinden regelmäßig |
Folgen und offene Fragen
Das Rahmenprogramm legt klare quantitativ messbare Ziele fest, doch der Erfolg hängt von Umsetzungskapazität, Finanzierung und Monitoring ab. Entscheidend wird sein, wie die verschiedenen Formate kombiniert, die Inhalte lokal angepasst und die Wirkung der Schulungen evaluiert werden. Ebenfalls offen bleibt, in welchem Umfang externe Partner oder NGOs eingebunden werden und wie die Maßnahmen mit bestehenden regionalen Initiativen abgestimmt werden.