Mehr Bewerbende, weniger Unterbestand — was die Zahlen bedeuten
Die Kantonspolizei Basel-Stadt hat im Jahr 2026 insgesamt 66 angehende Polizistinnen, Polizisten und Sicherheitsassistentinnen für Ausbildungen gewonnen. Die Polizei bezeichnet dies als den höchsten Rekrutierungswert «seit mindestens 2012». Die Zahl ist als Erfolg zu werten, wirkt sich jedoch nicht sofort auf die Zahl der besetzten Stellen im Korps aus: Ausbildungsteilnehmende werden erst nach Abschluss ihrer Ausbildung dem Bestand zugerechnet.
Dennoch spricht die Medienstelle der Kantonspolizei aktuell nicht mehr von einem Unterbestand. Im bewilligten Budget sind 938 Vollzeitstellen vorgesehen, davon seien rund 800 besetzt. Der bisher diskutierte Unterbestand hatte in früheren Berichten und parlamentarischen Prüfungen Werte von rund 120 nicht besetzten Vollzeitstellen genannt.
Wie die Rekrutierung funktioniert und was sich geändert hat
Die Polizei führt den Zuwachs auf eine Reihe angepasster Massnahmen zurück. In ihrer Mitteilung nennt sie unter anderem niedrigschwellige und zielgruppenspezifische Angebote, die den Zugang zum Bewerbungsprozess erleichterten. Konkrete Elemente sind:
- Flexiblere Informationsveranstaltungen, etwa auch am Wochenende oder über Mittag
- Übungsmodus für die Sportprüfung, damit Interessierte unverbindlich testen können
- Speziell auf Frauen ausgerichtete Anlässe
- Nutzung neuer Kanäle und Formate, um weitere Zielgruppen anzusprechen
Die Polizei schreibt, dass die «zielgruppenspezifischen Informations- und Rekrutierungsangebote Wirkung entfalten».
Konkrete Zahlen aus den ersten Lehrgängen
Aus der Mitteilung geht hervor, dass im ersten Polizeilehrgang zwei Polizistinnen und 17 Polizisten starten (total 19), im zweiten Lehrgang beginnen neun Polizistinnen und 21 Polizisten (total 30). Die übrigen Aufnahmen betreffen die beiden Sicherheitsassistenten-Lehrgänge, womit sich die Gesamtsumme von 66 ergibt.
| Kenngrösse | Zahl |
|---|---|
| Rekrutierte Auszubildende (2026) | 66 |
| Bewilligte Vollzeitstellen | 938 |
| Derzeit besetzte Stellen | ~800 |
| Früher genannter Unterbestand (ungefähr) | ~120 |
Auswirkungen für die Bevölkerung
Kurzfristig ändert sich an der Polizeipräsenz wenig: Auszubildende gelten erst nach Abschluss als besetzte Stellen. Mittelfristig dürfte der Zuwachs aber zu einer Entspannung der personellen Lage führen, sofern die Lehrgänge erfolgreich abgeschlossen werden und die neuen Kräfte im Dienst verbleiben. Für die Stadtbevölkerung bedeutet dies potenziell stabilere Einsatzstärken und eine bessere Planbarkeit von Kontroll- und Präventionsaufgaben.
Die Kantonspolizei betont, dass die bewilligte Obergrenze von 938 Stellen ein Rahmen ist, der nicht zwingend als «objektive» Zielmarke zu verstehen sei. Aktuell sei dieser Rahmen nicht ausgeschöpft. Weitere Rekrutierungsmassnahmen seien in Ausarbeitung.
Für Bewerbende gilt: Die neuen Angebote senken die Eintrittsschwelle, womit die Polizei hoffentlich dauerhaft zusätzliche Interessenten gewinnen kann. Für die Gemeinde Basel bleibt entscheidend, ob sich die positiven Rekrutierungszahlen in dauerhaft besetzte Stellen und stabile Personalstrukturen übersetzen.